Tag 1 – Weshalb »30 Tage JA«? | 30 Tage JA

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Was macht das JA für einen Sinn?

Mit dieser Frage startet die Serie 30 Tage JA – Werden Sie zum JA-Sager! Sollte man nicht eher lernen, auch mal Nein zu sagen?

JA-Sagen macht viel Sinn und bringt uns weiter

In einem meiner Vorträge zum Thema Resilienz („Gelassen bleiben auch in stürmischen Zeiten“) stelle ich auch immer das Modell der „7 Säulen der Resilienz“ vor. Die erste Säule ist die Akzeptanz.

Akzeptanz bedeutet für mich, die Realität so anzunehmen, wie sie ist und gelassen damit umzugehen. Zu erkennen, wo wir etwas ändern können und sollen und wo wir an unsere Grenzen stoßen.

Ein Teilnehmer reagiert sehr empört mit der Frage: „Frau Wandke, wollen Sie hier etwa zur Resignation aufrufen?!“

Meine ich das mit 30 Tage JA? Ganz sicher nicht!

Was passiert, wenn ich zu einer Situation NEIN sage?

Ein NEIN ist oft sehr emotional. NEIN, das gefällt mir nicht! Das will ich anders!

In unserer Aufmerksamkeit sind wir sehr stark auf den Gegenstand oder die Situation fixiert, die wir nicht wollen. Wir hadern damit. Wir sind betroffen, verletzt, empört. Das kann doch nicht sein!

Das Gute an diesem NEIN ist, ich merke sehr deutlich, dass ich diesen Zustand so nicht will. Schmerz und Wut können sehr kraftvolle Gefühle sein, die mich zu einer Veränderung bewegen.

Wenn… Wenn ich das NEIN auch wieder loslassen kann und mich darauf konzentriere, die Lage besser zu verstehen und meine Möglichkeiten, sie zu verändern, überprüfe.

Im NEIN hängenzubleiben kostet unnötige Lebensenergie

Zu Beginn ist das NEIN eine völlig normale Reaktion. Das NEIN aufrechtzuerhalten bedeutet, gegen die Realität anzukämpfen.

Dieser Kampf ist auf Dauer zermürbend, er kostet viel Energie und führt letztlich nur ins Leere.

JA-Sagen heißt für mich, das NEIN konstruktiv loszulassen

JA heißt nichts anderes als: Ja, genau so ist diese Realität gerade. Ja, sie gefällt mir nicht. Mal schauen, wie ich gut damit umgehen kann.

Das JA heißt nicht, dass ich resigniere, gleichgültig werde oder mich selbst aufgebe.

Das JA ist der erste Schritt zur Veränderung.

Und was mache ich mit Situationen, die ich nicht verändern kann?

Ein lieber Mensch ist krank und ich kann ihn nicht gesund machen. Mein Arbeitgeber schließt einen Standort und ich verliere dort meinen Arbeitsplatz.

In jedem Leben gibt es Umstände, die nicht verändert werden können.

Das JA ist auch hier ein Schritt zur Veränderung:
Ja, ich kann an dieser Erkrankung nichts ändern. Wie kann ich in dieser Situation also gut damit zurechtkommen? Was kann ich für den Kranken tun? Welche Möglichkeiten gibt es?

Ja, ich hätte sehr gerne an meinem alten Arbeitsplatz weitergearbeitet. Diese Möglichkeit gibt es nicht, ok. Was also sind meine Optionen?

JA heißt, die Realität des Hier und Jetzt anzuerkennen.
JA heißt, ich darf traurig, wütend oder was auch immer sein.
JA heißt: Was ist jetzt der nächste sinnvolle Schritt?

Marion Wandke-Portrait-2

In diesem Sinn bin ich gerne eine JA-Sagerin 🙂

PS: JA-Sagen und das NEIN loslassen fällt mir leichter, wenn ich die Hintergründe besser verstehe. Und die will ich in den nächsten Episoden mal genauer unter die Lupe nehmen.

Jeden Tag ein JA-Impuls

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