Tag 6 – JA zu Wut und Ärger | 30 Tage JA

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JA zu Wut und Ärger

 

Finden Sie Wut bei sich und anderen unangenehm? Ist es Ihnen lieber, nicht damit in Berührung zu kommen? Hier ist ein Plädoyer für ein JA zu Wut und Ärger.

Wut ist ein zu Unrecht abgelehntes Gefühl

Wut wird allgemein abgelehnt, weil sie mit aggressivem Verhalten verbunden wird. Viele Kinder lernen, dass Wut etwas Schlechtes ist und von den Eltern gerügt oder bestraft wird. Später im Berufsleben und in der Partnerschaft ist verärgertes oder wütendes Verhalten ebenso verpönt.

im Coaching oder in Seminaren höre ich immer wieder
„Gott sei Dank bin ich überhaupt kein aggressiver Mensch!“
„Mein Kollege ist furchtbar, der ist immer gleich ärgerlich!“

Ist das wirklich so? In Rollenspielen kommt zutage, dass oft schon ein klares Ansprechen, was einer anderen Person nicht gefällt, als ärgerlich und aggressiv wahrgenommen wird.

Ärger und Wut haben offenbar ein großes inneres Verbotsschild.

Ärger und Wut sind wichtige Signale

Empfinde ich Ärger / Wut, ist das eine wichtige Botschaft für mich. Hier wird ein wichtiges Bedürfnis von mir nicht erfüllt oder gegen meine Werte verstoßen.

Zum Beispiel bin ich ärgerlich, weil ich mich nicht ernst genommen fühle, weil mich jemand respektlos behandelt oder ständig unpünktlich oder unzuverlässig ist.
Ärger und Wut zeigen mir damit, dass da etwas ist, mit dem ich mich beschäftigen muss.

Möglicherweise kann ich dann feststellen, dass ich eine Situation falsch interpretiert habe und ein anderer sich einfach falsch ausgedrückt hat. Interessant daran ist, dass ich damit einen wunden Punkt von mir entdeckt habe und mich fragen kann, was dahinter steckt. Nehme ich Kritik sehr persönlich oder fühle ich mich schnell angegriffen? Was sagt mir das über mein Selbstvertrauen? Gibt es da vielleicht Handlungsbedarf?

Vielleicht ist es aber auch so, dass eine andere Person permanent meine Grenzen verletzt. Sich ungefragt einmischt, mir ungebetene Ratschläge erteilt oder in anderer Weise meinen Widerstand auslöst.

Nein sagen, dem anderen klare Grenzen aufzeigen, die eigene Meinung ausdrücken – keine leichte Übung mit einem Ärger-Verbotsschild im Inneren.

Ärgerlich und wütend kann auch machen, wenn ich beobachte, wie ein anderer Mensch ungerecht behandelt wird. Auch da ist die Frage: Was tun mit meinem Ärger und meiner Wut?

Wut ist nicht automatisch Aggression

Ärger und seine Steigerung, die Wut, sind zuerst einmal Emotionen, die innen in mir stattfinden. Nun habe ich verschiedene Möglichkeiten:

Die Wut verdrängen

Ich habe ein sehr großes Ärger-Verbotsschild und erlaube mir nicht, Ärger oder Wut direkt wahrzunehmen. Ich verdränge dieses Gefühl, denn ich bin ja eine sehr freundliche und selbstbeherrschte Person.

Auf Dauer ist das keine gute Strategie. Denn damit sage ich NEIN zu mir selbst, zu meinen Bedürfnissen und Werten. Und es besteht die Gefahr, dass ich eines Tages völlig überreagiere, weil ein letzter Tropfen mein Wut-Fass zum Überlaufen bringt.

Verdrängte Wut macht krank

Ärger und Wut lösen im Gehirn eine Stressreaktion aus, auch die verdrängte Wut. Auf Dauer schädigt das unsere körperliche und seelische Gesundheit.

Die Wut ausagieren

Ich agiere meine Gefühle sofort aus: Ich werde laut, schreie, schlage oder zeige ein anderes aggressives Verhalten. Ich denke nicht nach, bevor ich handle, sondern lasse mich von meinen Gefühlen mitreißen.

Kommt dabei etwas Gutes heraus? Wohl kaum. Vielleicht kann es gut tun, endlich mal mit der Faust auf den Tisch zu schlagen. Eine Konfliktlösung sieht aber anders aus.

Andere zu beleidigen und zu verletzen ist destruktives Verhalten und darf niemals der Weg sein.

Falls das eher Ihrem Reaktionsmuster entspricht, ist es höchste Zeit, eine gute Impulskontrolle zu lernen und diese Gefühle in konstruktive Bahnen zu lenken. Hervorragend bewährt haben sich hier verschiedene Formen des Anti-Aggressions-Trainings, das in Einzelarbeit oder auch in Gruppen angeboten wird.

Die Wut in konstruktive Bahnen lenken

Mein JA zu Ärger und Wut kann den Weg zu positiven Veränderungen frei machen.

Ich schaue mir ganz nüchtern an, was mir mein Ärger sagen will. Was genau ist es, das mich ärgerlich oder wütend macht? Und dann arbeite ich daran, wie ich es künftig anders machen kann.

Hier liegt der Schlüssel, aber möglicherweise ist genau dieser Schritt nicht leicht. Weil es dieses Ärger-Verbotsschild gibt. Weil es Konsequenzen haben könnte, wenn ich lerne, deutlich Nein zu sagen. Weil es nicht so einfach ist, aus diesen ausgetretenen Pfaden herauszugehen und neue Verhaltensweisen zu lernen.

Zum Thema bessere Kommunkation empfehle ich Ihnen meinen Artikel „Sag es richtig! Die 4 Schlüssel der erfolgreichen Kommunikation | Bessere Kommunikation – im Arbeits- und im Privatleben“.

Eine gute Idee kann es auch sein, sich für diesen Veränderungsschritt eine professionelle Begleitung, also einen Coach oder Therapeuten, zu suchen. Mit einem Wegbegleiter oder einer Wegbegleiterin an der Seite fällt diese Neuorientierung leichter.

Zum guten Umgang mit der Wut möchte ich Ihnen auch eine Buchempfehlung mitgeben:

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Wie geht es Ihnen mit dem Thema Wut und Ärger? Ich freue mich über Ihr Feedback!

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