Tag 11 – JA zum Konflikt | 30 Tage JA

 

JA zum Konflikt

 

Für die meisten von uns ist ein Konflikt etwas eher Unangenehmes. Was tun in dieser Lage?

Heiß und kalt

Sie haben bestimmt schon beides erlebt: Heiße Konflikte und kalte.

Der heiße Konflikt ist voller hochkochender Emotionen und entsprechendem Verhalten: Wut, lautstarke Auseinandersetzungen bis hin zu Beleidigungen, Vorwürfe und manchmal Tränen.

Der kalte Konflikt dagegen wird seinem Namen gerecht. Kühle Zurückweisung bis hin zur kalten Verachtung. Bitterkeit, die sich in Sarkasmus ausdrückt oder in strafender Nichtachtung.

Im Konfliktmanagement weiß man, dass kalte Konflikte deutlich schwerer zu lösen sind, als heiße. Warum? Im kalten Konflikt haben sich beide Parteien hinter einer Schutzmauer verbarrikadiert, während in der heißen Phase wenigstens noch Kommunikation stattfindet.

Die Angst vor einem Konflikt

Die meisten Menschen fühlen sich mit einem Konflikt nicht besonders wohl. Das kann ganz verschiedene Ursachen haben:

Wir haben gelernt, dass Streit etwas Negatives ist.

Wir sind doch freundliche und liebenswürdige Menschen, da passt eine Auseinandersetzung überhaupt nicht dazu. Was sollen da andere über uns denken!

Wir fühlen uns dem anderen unterlegen und haben Angst, in einer offenen Auseinandersetzung das Gesicht zu verlieren oder mit unserer Meinung zu unterliegen.

Wir haben Angst, dass die andere Person es uns vielleicht heimzahlt, wenn wir uns mit ihr auseinandersetzen.

Gründe, einen Konflikt lieber zu vermeiden, gibt es viele.

Gründe, warum es zum Konflikt kommt, auch.

Es gibt immer Gründe…

Alle Konfliktparteien betonen meistens gerne, dass es ihnen doch nur um die Sache geht. Um eine gute Lösung. Um die Wahrheitsfindung. Um Gerechtigkeit.

Wenn man dann den Auseinandersetzungen genauer zuhört, geht es jedoch um ganz andere Dinge.

Ich will Recht haben und das letzte Wort behalten.
Der andere hat mich verletzt, das lasse ich mir nicht gefallen.
Ich will der Stärkere sein und mich behaupten.
Ich will gewinnen. Immer. Nachgeben geht gar nicht.

Manchmal sind es auch einfach Missverständnisse, die zu Konflikten führen. Vor allem, wenn keine gute Vertrauensbasis herrscht, kann sich schneller Groll oder direkt eine Auseinandersetzung entzünden.

Wo also fängt die Konfliktlösung an? Klar, wie immer: Bei mir selbst.

Zuerst sage ich mal JA zur Situation. Und versuche, besser zu verstehen.

Worum geht es mir wirklich in diesem akuten oder drohenden Konflikt?

Ist es mir wichtig, meine Meinung durchzusetzen, weil die Folgen ansonsten negativ wären? Dabei ehrlich zu sich selbst bleiben: Nur negativ für mich oder auch für andere?

Will ich einfach das Gesicht nicht verlieren, weil eine Niederlage meinen Selbstwert ankratzt?

Soll bloß der andere nicht gewinnen, weil ich ihm das absolut nicht gönne?

Habe ich Angst, dass ich nicht mehr gemocht werde, wenn ich meine Meinung vertrete? Dass andere Menschen den Kontakt abbrechen, ich ausgeschlossen werde?

Hat der andere mich schon öfters vor den Kopf gestoßen, enttäuscht oder verletzt? Will ich hier lauter alte Rabattmarken einlösen?

Wünsche ich mir etwas zutiefst, habe da ein echtes Bedürfnis wie Respekt oder Anerkennung oder Nähe, traue mich das aber nicht auszusprechen und trage es lieber auf einem Nebenkriegsschauplatz aus?

Was immer es auch ist, das da in mir vorgeht, ich darf JA dazu sagen. JA, da ist eine alte Verletzung. JA, ich möchte so gerne mehr Respekt und Wertschätzung erfahren. JA, das Thema ist mir enorm wichtig und ich will meine Lösung verwirklichen.

Konflikt – Was nun?

Und nun? Führe ich den Konflikt oder gehe ich ihm aus dem Weg?

Egal, wie ich mich entscheide, ich werde einen Preis dafür bezahlen. Es wird immer Folgen für mich und andere haben. Handeln hat Folgen, Nicht-Handeln genauso.

Wenn ich das Ganze nun aus einer neutralen Perspektive anschaue, wie hoch sind die Preisschilder? Und bitte nicht nur die kurzfristigen! Auch mittel- und langfristig hat meine Handeln Auswirkungen. Hier können sich viele kleine Steinchen zu einem großen Berg anhäufen.

Aus dieser inneren Klarheit heraus kann ich nun viel besser entscheiden, wie ich mit der Situation umgehen will.

Lasse ich es einfach auf sich beruhen?
Suche ich aus meinen wahren Gefühlen und Motiven heraus offen das Gespräch?
Positioniere ich mich deutlich und riskiere, dass der Konflikt richtig stürmisch wird?

Alles in Ordnung, wenn ich weiß, was ich da tue und mir über das Preisschild für mich und für andere klar bin.

Übrigens: Gute Kommunikation ist essenziell für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten. Ich empfehle Ihnen dazu meinen Artikel » Sag es richtig! Die 4 Schlüssel der erfolgreichen Kommunikation«.

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- KonfliktberaterInnen
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Wie geht es Ihnen mit dem Thema Konflikt? Ich freue mich über Ihr Feedback!

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