Tag 13 – JA zur Krise | 30 Tage JA

 

JA zur Krise

 

Ich brauche niemanden zu fragen, ob er eine Krise kennt. Jeder hat schon mindestens eine erlebt. Warum hilft ein JA zur Krise?

Wer will schon eine Krise….

Eine Krise kommt ungewollt in unser Leben. Oft fühlt es sich eher an, dass sie über uns kommt. Wie eine große Welle, der man nicht ausweichen kann.

Sie bringt Empfindungen mit sich, die allesamt wenig angenehm sind.

Kontrollverlust. Angst. Ohnmacht. Verzweiflung. Nicht mehr weiter wissen.
Wut auf das Schicksal, auf andere oder auf sich selbst.

Die Reaktionen von außen sind meistens auch nicht sehr hilfreich:
„Oh Gott, Du Arme! Das ist ja furchtbar!“ – Ja toll, da geht es mir doch gleich viel besser….
„Du weißt doch, in jeder Krise steckt eine Chance!“ – Stöhn, ich will aber keine Krise!

Krise und Chance

Natürlich weiß ich, dass diese Aussage schon stimmt. Ich MAG Chancen. Aber müssen die in so heftiger Verpackung daherkommen?

Ja, ich denke, das müssen sie manchmal. Weil ich ansonsten einfach auf den bisherigen Gleisen weitermachen würde. Weil ich mich mancher Lernerfahrung nur stelle, wenn es nicht anders geht. Weil mich das Leben aus meiner Komfortzone herausschubsen muss, dass ich Dinge angehe, die mir Angst machen.

Weil ich nur so die Erfahrung machen kann, dass ich mein Leben auch in scheinbar ausweglosen Situationen meistern kann.

Weil ich dadurch lernen darf, dass neben einer Krise noch viel Glück und Schönheit in meinem Leben stattfindet – wenn ich nicht nur auf die Krise starre.

Was ich über den Verlauf von Krisen gelernt habe

Eine Krise verläuft in mehreren Phasen. Wenn wir diese kennen und verstehen, können wir besser damit umgehen.

Phase 1: Ich will das alles nicht wahrhaben!

Im Rückblick können wir oft erkennen, dass sich eine Krise schon über einen längeren Zeitraum angekündigt hat. Natürlich passieren auch plötzliche Dinge, wie beispielsweise ein Autounfall.

Die großen Krisen meines Lebens gehörten allerdings alle zur langsamen Sorte. Das Thema baut sich langsam auf und ich nehme es nicht wahr – in der Regel, weil ich es nicht wahrnehmen möchte. Weil mir eine Auseinandersetzung damit Angst macht. Weil ich innerlich weiß, dass ich handeln, etwas verändern müsste. Und das nicht will.

Und dann, scheinbar ganz plötzlich, ist die Krise da. Ein Ereignis bricht herein und es kommt mir total überraschend vor.

Und am liebsten möchte ich es immer noch nicht wahrhaben. Aber irgendwann kann ich es nicht mehr Verdrängen.

Phase 2: Das innere Chaos bricht aus

Jetzt bricht es mit voller Wucht herein. Heftige Emotionen schütteln mich durch. Meine Gefühle fahren Achterbahn und ich habe keine Kontrolle darüber.

Es fühlt sich schrecklich an und ich muss mich doch zusammenreißen. Mein Leben darf doch nicht völlig außer Kontrolle geraten!

Und ich habe keine Ahnung, was ich machen soll. Wie ich das wieder auf die Reihe bringe. Wie es weitergehen soll.

Phase 3: Mit dem Elefanten umgehen

Wie lerne ich einen Elefanten kennen? Stück für Stück.

Egal, wo ich stehe, ich finde keine Perspektive, die mir den Elefanten rundherum auf einen Blick zeigt.

So ist es auch mit der Krise. Ich taste mich Stück für Stück heran und versuche, zu verstehen. Was ihre Ursachen sind. Was mein Anteil daran ist. Was ich daraus lernen kann. Was ich in meinem Leben verändern muss. Welche Optionen ich habe. Was ich eigentlich genau will.

Tag für Tag einen Schritt vor den anderen setzen. Hinschauen, hinhören. Freundlich mit mir selber umgehen, auch wenn ich echt neben mir stehe.

Erkennen, dass der Elefant zwar groß ist, dass es drumherum aber noch viel Gutes, Interessantes und Erfreuliches gibt.

Und erleben, wie es besser wird. Vielleicht ganz langsam nur, und ich hätte es doch lieber viel schneller.

Es wird besser, weil ich Vergangenes loslassen kann.
Weil ich akzeptieren lerne, dass ich manches Rad nicht zurückdrehen kann.
Weil ich merke, dass ich trotz der Krise Spaß am Leben haben kann.
Weil ich feststelle, dass auch die neue Situation ihre positiven Seiten hat.
Weil ich gut mit mir verbunden bin und immer mehr vertrauen kann. In mich. In andere Menschen. In das Leben.

Hätte ich mir meine Krisen freiwillig bestellt? Nein, ganz sicher nicht.

Würde ich sie im Rückblick wieder zurückgeben wollen? Auf keinen Fall!

Daher sage ich: JA zur Krise (und die nächste darf sich gerne noch etwas Zeit lassen 🙂 ).

Gute Bücher zum Thema Umgang mit Krisen gibt es viele. Ich empfehle Ihnen ein Buch der buddhistischen Nonne Pema Chödrön:

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Eine der Grundaussagen des Buddhismus lautet, dass es für jeden Menschen Wege zu Zufriedenheit und dauerhaftem Glück gibt. Die buddhistische Nonne Pema Chödrön zeigt in ihrem Buch sehr pragmatische Möglichkeiten auf, wie man sich von seinem Leid befreien kann. Ihre Ratschläge sind mitunter von provokativer Direktheit und fordern den Leser auf, sich voller Neugier in das weite Feld seiner Schwierigkeiten vorzuwagen. Chödrön ermutigt ihn dabei durch die offenherzige Schilderung ihrer eigenen schmerzhaften Erfahrungen und die zuversichtliche Botschaft, dass Gelassenheit lernbar ist. Belohnt wird der mühsame Weg mit der Erkenntnis, dass Glück und Zufriedenheit der wahren Natur des Menschen entsprechen.

 

 

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Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit Krisen gemacht? Ich freue mich über Ihr Feedback!

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