Tag 17 – JA zum Defizit | 30 Tage JA

 

JA zum Defizit

 

Defizit? Mangel? Unvollkommenheit? Wer will das schon! Und doch beschäftigt das Thema fast jeden Menschen einmal oder auch sein Leben lang.

Ich bin nicht gut genug

Wenn mir meine Coachingklienten über ihre Defizite erzählen, könnte ich daraus lange Listen anlegen. Es gibt im Innen und Außen keinen Punkt, der nicht von einem Defizit belastet sein kann.

Die Klassiker sind:

Ich bin mit meinem Körper unzufrieden – zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß. Zu wenig Busen oder zu viel, große Nase, knollige Nase, dicke Lippen, schmale Lippen, ….

Ich bin mit meinem Verhalten und meiner Persönlichkeit unzufrieden – zu wenig selbstbewusst, nicht wortgewandt, linkisch, kann nicht Nein sagen, werde rot, bin unsicher, trau mich nichts zu, mache nichts fertig, schiebe alles auf, bin unordentlich, bin perfektionistisch, …

Sie merken schon, nichts ist vor dem eigenen kritischen Blick sicher.

Und am Ende gibt es einen gemeinsamen Nenner: Ich bin nicht gut genug.

Optimieren oder resignieren?

Je nach dem eigenen Strickmuster gibt es zwei Strategien, wie wir mit unseren Defiziten umgehen können.

Wir resignieren.

Da kann man halt nichts machen. So bin ich nun mal. Andere sind einfach besser / schöner / klüger / erfolgreicher, da kann ich machen, was ich will. Traurig, aber wahr.
Was lohnt es sich, sich da noch anzustrengen. Hat eh alles keinen Wert.

Oder der Gegenentwurf: Wir optimieren.

Geht nicht, gibt’s nicht. Alles ist möglich. Ich kann alles verändern und kontrollieren: Mein Aussehen, meine Gesundheit, meine Partnerschaft, meine Kinder, meinen Erfolg im Job.
Wenn es noch nicht geklappt hat, habe ich nur noch nicht das richtige Tool / die richtige Methode / den richtigen Coach gefunden.

Vieles ist möglich, nicht alles ist machbar

Oft wird völlig überschätzt, wie hoch der Anteil von Talent am Erfolg ist. Ich meine damit nicht Ausnahmeerscheinungen wie Musikgenies oder Spitzensportler.

Ich meine den breiten Bereich an Erfolg, der in einem ganz normalen Leben möglich ist. Erfolg nicht nur im materiellen Sinn, sondern ein insgesamt sinnerfülltes und glückliches Leben.

Möchte ich gerne eine oder mehrere Fremdsprachen sprechen? Sicher hilft es, wenn ich eine Sprachbegabung mitbringe. Aber auch ohne kann ich durch Beharrlichkeit sehr viel erreichen.

Möchte ich gerne redegewandt sein und auch im größeren Kreis gute Präsentationen vortragen können? Natürlich ist das möglich, auch wenn Sie heute schon bei dem Gedanken daran beinahe einen Herzkasper bekommen.

Das alles liegt im Bereich des Machbaren, mal mag der Weg dahin kürzer, mal länger sein.

Wir überschätzen, was wir in einem Jahr erreichen können. Und wir unterschätzen meistens völlig, was wir in zehn Jahren erreichen können.

Ist mit dieser Sichtweise alles möglich? Nein, ganz sicher nicht. Und das hängt auch nicht von mangelnder Motivation ab.

Es gibt persönliche Grenzen, die wir nicht überschreiten können – auch wenn es hin und wieder einmal spektakuläre Ausnahmefälle gibt.

Mein Körper und mein Gesundheitszustand setzen mir Grenzen, die ich auch durch das ausgefeilteste Training nicht überwinden kann.

Ich verfüge über eine bestimmte Struktur, die meine Persönlichkeit ausmacht. Wenn ich eher introvertiert bin, kann ich zwar ganz hervorragend lernen, aus mir heraus zu gehen, eloquent und unterhaltsam aufzutreten. Aber ich werde immer spüren, dass mir andere Menschen, Umgebungen und Situationen wohltun, als einer extravertierten Person.

Selbstwirksamkeit und Akzeptanz

In der Resilienzarbeit („Gelassen und souverän auch in stürmischen Zeiten“) geht es hier um die Themen Selbstwirksamkeit und Akzeptanz.

Selbstwirksamkeit bedeutet, dass wir an unsere eigene Veränderungskraft glauben. Wir wissen, dass wir unser Leben selbst gestalten können und vertrauen dabei auf unsere Fähigkeiten.

Akzeptanz bedeutet, die Realität so anzunehmen, wie sie ist und gelassen damit umzugehen. Zu erkennen, wo wir etwas ändern können und sollen und wo wir an unsere Grenzen stoßen.

Beide Fähigkeiten braucht es gleichermaßen. Und es wird immer eine Herausforderung sein, zu erkennen, was gerade ist. Ist in diesem speziellen Fall meine Selbstwirksamkeit gefragt, weil eine Veränderung möglich ist. Oder gilt es zu akzeptieren, dass ich hier an einer Grenze des Machbaren stehe.

Und was die Frage des Defizit betrifft:

Das JA zum Defizit ist für mich das JA zu mir selbst.

Selbstannahme. Und die ist die Basis für ein glückliches und entspanntes Leben.

 

Wenn Sie mehr über die 7 Säulen der Resilienz erfahren wollen, finden Sie dazu Näheres in meinem Artikel „Was der Begriff Resilienz bedeutet | Eine Einführung“.

Zum Thema Selbstannahme empfehle ich Ihnen sehr gerne dieses Buch:

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So wie du bist: Der buddhistische Weg zur Selbstannahme
Von Corinne Frottier
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Auf der Suche nach Glück und Erfüllung suchen wir meistens das Angenehme, Schöne und Genussvolle. Alles, was unangenehm ist, versuchen wir zu vermeiden. Auch an uns selbst gibt es Seiten, die wir mögen und welche, die wir ablehnen. Der Kampf gegen all das, was wir lieber nicht hätten - im Leben oder an uns selbst - kostet Kraft. Er führt sehr oft dazu, dass wir uns innerlich leer und unglücklich fühlen.

Die Zen-Lehrerin Corinne Frottier zeigt, dass wir diesen Kampf beenden können, wenn wir die Aufmerksamkeit nach Innen wenden. Auf diesem Weg lernen wir unser eigenes "Selbst" zu verstehen und uns mit uns selbst vertraut zu machen. Indem wir die große Herausforderung meistern, all das, was wir in uns vorfinden, voll und ganz anzunehmen, können wir wahres Glück erfahren.


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Und wie gehen Sie mit Ihren Defiziten um? Fällt Ihnen die Selbstannahme leicht?

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