Tag 19 – JA zum Altern | 30 Tage JA

 

JA zum Altern

 

Für die meisten – mich eingeschlossen – eine Herausforderung. Wie geht da ein JA?

Älterwerden ok, Altern verboten

Noch keine Generation davor hatte eine so lange Lebenserwartung. Bei Mädchen, die im Jahr 2016 in Deutschland geboren wurden, beträgt sie statistisch 83 Jahre.

Einer Tabelle habe ich entnommen, dass es – rein statistisch betrachtet – bei mir selbst noch über 25 Jahre „Restlaufzeit“ sind.

Der Blick auf das Alter hat sich enorm verändert. Meine Großmutter war nach Ansicht der damaligen Zeit in meinem Alter schon eine alte Frau, in ihren eigenen Augen und in den Augen der Gesellschaft.

Ich gehe in ein Fitnessstudio, das in der Nähe eines Seniorenheims liegt und bin immer wieder tief beeindruckt, wie viele Menschen jenseits Mitte 70 dort zu finden sind.

Für mich eine sehr positive Entwicklung.

Im Gespräch und in den Medien habe ich allerdings oft den Eindruck: Älterwerden ist prima, natürlich ohne so dumme Nebenwirkungen wie Krankheit, nachlassende Leistungsfähigkeit und Verfall.

Anti-Aging ist Pflicht

Inzwischen hat auch beim Älterwerden der Leistungs- und Optimierungszwang eingesetzt. Die Anti-Aging-Industrie läuft auf Hochtouren und setzte in Deutschland 2015 über 100 Milliarden Euro um.

Best Ager wie ich …
starten noch einmal durch
verwirklichen ihre Träume
sind fit und leistungsfähig
und strahlen falten-arm und sportlich von den Plakatwänden.

Dass diese Möglichkeiten bestehen, ist wirklich ein Segen. Auch ich habe noch große Pläne, beruflich wie privat, und freue mich auf möglichst viele aktive und produktive Jahre.

Nur: Es scheint inzwischen verpönt zu sein, überhaupt Anzeichen des Alterns, die nicht in dieses Silver-Ager-Bild passen, zu zeigen.

In Würde altern, wie geht das?

Eine vollständige Antwort habe ich darauf auch noch nicht gefunden – ich arbeite noch daran (vermutlich noch ein paar Jahre) 🙂

Hier ist meine Liste, was sich durch das Älterwerden für mich verbessert hat:

Ich bin viel gelassener und kann vieles einfach so nehmen, wie es ist.

Ich habe deutlich mehr Mut als in jüngeren Jahren und traue mir mehr zu. Ich denke, es liegt daran, dass ich schon ein paar Stürme erlebt habe und mehr Vertrauen in mich und das Leben habe.

Ich habe gelernt, sowohl meine Grenzen zu achten als auch die der anderen. Das hat die Qualität meiner Beziehungen vertieft.

 

Auf der anderen Seite der Waagschale finde ich hauptsächlich körperliche Veränderungen:

Ich muss viel mehr dazu tun, um fit zu bleiben. Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und das Gewicht sind nicht mehr „einfach so“ im grünen Bereich.

Und das Aussehen verändert sich unaufhaltsam.

Ein Prozess, der einfach Schritt für Schritt für Schritt so weitergehen wird. Möglicherweise langsam, aber auf alle Fälle ganz sicher. Und zwar nicht in die jugendliche Richtung.

Es gibt Tage, da fällt es mir nicht leicht, das zu akzeptieren. Wenn beispielsweise etwas nicht mehr so klappt, wie ich mir das wünsche.

Und vermutlich ist genau das die Antwort, wie dieses „in Würde altern“ geht.

Akzeptieren was ist. Dankbarkeit. Die Endlichkeit spüren und annehmen. JA sagen.

Der Benediktinerpater Anselm Grün hat ein sehr schönes Buch zum Älterwerden geschrieben:

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Marion Wandke-Portrait-2

Ist Altern für Sie (schon) ein Thema? Wie gehen Sie damit um? Ich freue mich über Ihr Feedback!

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