Tag 26 – JA zur Angst | 30 Tage JA

 

JA zur Angst

 

In diesem JA-Impuls schreibe ich über die normale Angst. Also die Form, die uns alle in unserem Leben begleitet und manchmal ganz schön plagen kann.

Wann ist Angst ’normal‘?

Erst einmal dieser Hinweis:
Eine Angststörung geht weit über das normale Angsterleben hinaus und gehört unbedingt in professionelle Hände. Wir können sie daran erkennen, dass die Angstreaktion gegenüber der Situation oder dem Objekt, das die Angst hervorruft, völlig unangemessen ist oder ohne erkennbaren Auslöser einsetzt und auch deutlich länger anhält, als es zur Bewältigung einer konkreten Gefahr nötig wäre. Der Betroffene hat keine Kontrolle über seine Angstsymptomatik und sie beeinträchtigt sein Leben schwer. Das kann die normale Alltagsbewältigung betreffen und auch den sozialen Kontakt zu anderen Menschen.
Falls Sie davon etwas bei sich wiedererkennen, ist es eine gute Idee, sich fachkundige Hilfe zu holen.

Mit ‚normaler‘ Angst meine ich alle die Erscheinungsformen, die unser menschliches Leben so mit sich bringt:

Ich habe Angst, mich zu blamieren.

Ich habe Angst vor Konflikten.

Ich traue mich nicht, etwas Neues auszuprobieren, wenn ich die Risiken nicht völlig absehen kann.

Ich habe Angst, einen Fehler zu machen oder eine falsche Entscheidung zu treffen.

Ich habe Angst, verlassen zu werden.

Ich bin unsicher, wenn ich neue Menschen kennen lerne.

Vor Präsentationen, Prüfungen oder Bewerbungsgespräche habe ich einen Heidenrespekt.

Ich habe Angst davor, ernsthaft krank zu werden. Vor Schmerzen. Vor dem Tod.

Vor Einsamkeit. Vor innerer Leere.

.…

Die Angst hat zwei Gesichter

Die Angst ist unser Freund

Die Angst erfüllt evolutionär eine ausgesprochen sinnvolle Aufgabe: Tritt eine vom limbischen System im Gehirn als potenziell bedrohlich eingestufte Situation ein, läuft in Sekundenbruchteilen eine komplexe psychisch-körperliche Reaktion ab. Wir gehen in den Alarmmodus. Die Sinne schärfen sich, Herzfrequenz und Muskeltonus steigen, unnötige Aufgaben wie die Verdauung werden heruntergefahren. Fight or Flight. Kampf oder Flucht.

In realen Gefahrensituationen ein ausgesprochen sinnvoller Überlebensmechanismus. Unangenehm, aber notwendig.

Angst ist unser Freund, wenn sie dazu dient, in einer bedrohlichen Situation alle Kräfte und Fähigkeiten zu mobilisieren, damit wir der drohenden Gefahr entgehen können.

Die Angst ist unser Feind

Das zweite Gesicht der Angst ist für unser Leben nicht förderlich. Hier hemmt uns die Angst, endlich eine notwendige Entscheidung zu treffen, für unsere Interessen einzustehen und unsere Träume zu verwirklichen.

Die Angst flüstert uns zu: „Sei bloß vorsichtig! Das kannst du nicht… Das darfst du nicht…. „

Eine echte Handbremse und Nervensäge.

Wie erkenne ich, wer da gerade spricht?

Bei einer akuten Gefahr von außen läuft die Kampf-/Fluchtreaktion in der Regel vollautomatisch ab und wir reagieren wie auf Autopilot. Ob in dieser Lage wirklich sinnvoll, wird hier nicht hinterfragt.

Bezieht sich unsere Angst auf ein Ereignis, das in der Zukunft eintreten wird oder auch nur könnte, sieht es anders aus. Hier kann es durchaus sein, dass wir zwei widerstreitende Stimmen in uns wahrnehmen: Eine flüstert ‚machen‘, die andere ‚bloß nicht‘. Super, und nun?

Analytisch veranlagte Menschen versuchen gerne, diese Frage strukturiert zu beantworten. Das kann durchaus hilfreich sein und mehr Klarheit bringen. Entscheidungstabellen, Pro- und Contra-Listen, Risikoanalysen. Die Gefahr: Mich festzufräsen in der Analyse. Mich einfach weiterhin unsicher zu fühlen und dadurch unfähig, zu entscheiden.

Der andere Weg ist der der Intuition. Das berühmte Bauchgefühl. Die innere Stimme.

Ich spüre in meine Angst hinein und versuche zu erkennen, wovor sie mich denn da warnen möchte. Gute Angst oder hinderliche?

Wie spüre ich die beiden Stimmen (machen und bloß nicht) im Körper?

Ist sie kalt, eng, klein, macht mir Druck? Oder ist sie weit, warm, freudig-kribbelnd?

Spricht sie freundlich oder kritisch mit mir? Unterstützend oder entmutigend?

Oder warnt sie mich eher nüchtern und ernst. Ohne Dramatik und ‚Du wirst schon sehen‘?

Die Angst ist oft ein Scheinriese

Erinnern Sie sich an die Geschichte von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer? Dort gab es die Figur des Scheinriesen, der von der Ferne riesig und bedrohlich wirkte. Je näher dieser Herr Tur Tur kam, desto kleiner und harmloser wurde er.

Genauso ist es oft mit unserer Angst. Aus der Ferne betrachtet, wird wirklich Schlimmes passieren. Eine Katastrophe. Kein Ausweg, nicht zu bewältigen.

Nur in wenigen Fällen tritt dieses Szenario auch wirklich in diesem Ausmaß ein. Und selbst wenn: Ist es da, werden wir einen Weg finden, damit umzugehen.

In meinem Leben gab es einige Scheinriesen, die sich real als durchaus handhabbar entpuppt haben. Nicht angenehm, aber handhabbar.

Ich habe mir angewöhnt, JA zur Angst zu sagen. Und genau hinzuhören, welche Stimmen da sprechen.

Meine besten Entscheidungen habe ich immer dann getroffen, wenn ich meiner Intuition vertraut habe. Nicht auf den Scheinriesen hereingefallen bin. Die Angst als mein Ratgeber, aber nicht als mein Oberbefehlshaber.

Zum Thema Angst kann ich Ihnen diese beiden Bücher empfehlen:

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Wie gehen Sie mit Ihrer Angst um? Ich freue mich über Ihr Feedback!

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