Tag 28 – JA zu Fehlern | 30 Tage JA

 

JA zu Fehlern

 

Fehler hat niemand gern. Wie kann man konstruktiv damit umgehen?

Ist Fehler machen erlaubt?

Zuverlässigkeit ist ein hohes Gut. Egal, ob es sich um eine Person, ein Unternehmen oder ein Produkt handelt. Die meisten von uns schätzen Gewissenhaftigkeit und dass Dinge gut funktionieren. Auch an die eigene Arbeit legen die meisten einen hohen Maßstab an und ärgern sich darüber, wenn ihnen ein Fehler unterläuft.

Dass Fehler etwas Normales und letztlich im Rahmen unseres Tuns etwas Unausweichliches sind, brauche ich hier nicht weiter auszuführen. In meiner heutigen Buchempfehlung stellt der Wissenschaftsjournalist und Autor Jürgen Schaefer ausführlich dar, warum es ohne Fehler keinen Fortschritt gibt.

Wir alle wissen das, und trotzdem ist ein entspannter Umgang mit Fehlern nicht leicht. Und ich spreche hier nicht über Fehler mit schlimmen Konsequenzen, sondern von den kleinen und größeren Fehlern im Privaten und im Berufsalltag.

Der Umgang damit ist auch im Coaching immer wieder ein Thema:

Die Angst vor negativen Konsequenzen, wenn ich einen Fehler mache. Die ständige Anspannung, die daraus folgt. Die Stress erzeugt, der letztlich dazu führt, dass die Fehlerhäufigkeit zunimmt.

Der Anspruch an die eigene Perfektion. Die Messlatte liegt hoch, manchmal so hoch, dass sie realistisch nicht gehalten werden kann. „Ich muss immer…“, „Ich darf niemals….“.

Die Angst, für dumm und inkompetent gehalten zu werden.

Letztlich die Angst, nicht gut genug zu sein.

Eine eigene Fehlerkultur aufbauen

Fehlerkultur ist ja eher ein Begriff aus der Unternehmenswelt. Er beschreibt den Umgang mit Fehlern und deren Folgen

Ich halte es für eine gute Idee, das auch für mich als Person einmal zu durchdenken.

Kleine Fehler sind nerviger Sand im Getriebe

Kennen Sie das? Ich bin für einen Termin schon etwas knapp dran und muss los. Ich muss nur noch ‚schnell‘ meine Unterlagen zusammenpacken. Mist, habe ich auch alle notwendigen Unterlagen ausgedruckt? ‚Kurz‘ überprüfen. Schreibzeug, Kalender und Co. zusammenpacken. Schreibzeug? Herrjeh, wo ist mein Kugelschreiber? Und so weiter, und so fort.

Eine Adresse oder Telefonnummer, die ich gerade brauche. Die hatte ich doch auf einen Zettel geschrieben. WO ist dieser Zettel!?

Ich bin im Grunde ein recht ordentlicher Mensch. Aber in der Hektik des Alltags nicht immer so gut organisiert, wie ich es gerne wäre. Und dann können leicht Flüchtigkeitsfehler passieren, die zwar nicht schlimm sind, mir aber völlig unnötigen Stress bereiten.

Daher ein JA zur guten Organisation – übersichtlich und rechtzeitig.

Und ein JA zu diesen „Schussel“-Fehlern, weil sie mir aufzeigen, wie ich es mir künftig leichter machen kann.

Verhaltensfehler und was wir daraus lernen können

In irgendeiner Situation reagieren wir nicht, reagieren zu spät oder völlig über. Auch das kennen wir alle.

Die guten, schlagfertigen Antworten fallen uns erst Stunden später ein.

Wir merken, nachdem das Gespräch vorbei ist, dass den anderen etwas bewegt hat, auf das wir aber überhaupt nicht eingegangen sind.

Wir sagen Ja zu etwas, das wir in Wirklichkeit nicht möchten.

Wir reagieren ärgerlich und vielleicht schärfer, als es der Sache angemessen war.

So etwas kann immer einmal vorkommen. Für mich ist es interessant, wenn ich merke, dass sich so eine Situation in meinem Leben immer wiederholt.

Ein wiederkehrendes Muster. Etwas, das immer wieder gleich und nicht wirklich optimal abläuft.

Mich darüber immer im Nachgang zu ärgern, mir Selbstvorwürfe zu machen oder mich zu schämen ist nicht hilfreich. Viel besser ist es, zu verstehen. Warum tue ich das, was ich da tue? Immer wieder, obwohl ich es ja selbst nicht gut finde.

Erst wenn ich es verstehe, kann ich anfangen, es zu ändern. Der Ursache meines Verhaltens auf den Grund gehen und dann Lösungsstrategien entwickeln.

Daher: Ein JA zu meinem Fehlverhalten! Hier kann ich viel über mich lernen und an mir arbeiten.

Wissensfehler sind normal – am Anfang

Machen wir Fehler, weil es uns an Wissen fehlt, ist das völlig normal. Stehen wir auf einem Gebiet noch am Anfang, ist das Fehlermachen quasi Programm.

Gut ist es, wenn wir dann eine Lernkurve entwickeln, die nach oben zeigt 🙂

Fehler machen. Erkennen. Wissenslücke füllen. Üben.

Übrigens: Zunehmendes Alter ist keine Ausrede! Es gibt inzwischen genügend Studien, die belegen, dass sich die Lernleistung im Alter nicht automatisch verschlechtert.

Ein JA zu jedem Fehler, der mir eine Wissenslücke aufzeigt!

Die großen Fehlentscheidungen im Leben

Im Rückblick haben wir hier das Gefühl, ganz entscheidende Fehler gemacht zu haben.

Wir haben uns von einem Partner getrennt oder auch nicht getrennt, haben ein Jobangebot nicht angenommen, sind eine finanzielle Verpflichtung eingegangen, …

Und heute schauen wir zurück und bedauern, wie wir uns damals entschieden haben. Wir sagen womöglich: „Wenn ich das nur rückgängig machen könnte!“ oder „Das würde ich heute vollkommen anders machen.“

Ja, das kann bitter sein. Vielleicht stimmt unsere Einschätzung, vielleicht auch nicht.

Die Frage ist, wie kann ich Frieden machen mit meinen Fehlern von früher. Loslassen, einen Schlussstrich ziehen. Dazu habe ich mehr in meinem Artikel „30 Tage JA – JA zur Vergangenheit“ geschrieben.

Also auch ein JA zu den großen Fehlern. Auch wenn es schwer fällt. Die gehören zu unserem Menschsein halt auch dazu.

Ein wunderbarer Blick auf das Fehlermachen:

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Wie gehen Sie mit Fehlern um, bei sich und bei anderen? Ich freue mich über Ihr Feedback!

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