Tag 29 – JA zum Tod | 30 Tage JA

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JA zum Tod

 

Ja zum Tod – Ein heikles Thema?

Was soll das bringen?

Ich hatte einmal mit einem Freund eine Diskussion über den Tod. Er war überzeugt, dass es uns überhaupt nichts bringt, uns damit zu beschäftigen, weil wir ja eh nix darüber wissen. Also, weshalb sich den Kopf darüber zerbrechen.

Das eine stimmt. Klare, wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse über das ‚Danach‘ gibt es nicht – zumindest nicht in der Form einer breit anerkannten Erkenntnis.

Was passiert wirklich, wenn das biologische Leben aufhört? Wenn die Uhr stoppt. Wenn die Person gestorben ist. Der Körper zerfällt.

Ich weiß es nicht. Bestimmt hat jeder hat für sich persönlich eine mehr oder weniger klare Idee, was der Tod ist:

Licht aus – Ende?
Es gibt eine Seele und die geht irgendwo hin?
Es gibt einen Lohn, eine Abrechnung, einen weiteren Durchlauf?

Was also bringt die Auseinandersetzung damit?

Leben endet

Für mich ist der Tod ein wichtiger Aspekt meiner menschlichen Existenz.

Denn – egal, was ich glaube, ob und wie es danach weitergeht – bedeutet der Tod auf alle Fälle die Endlichkeit meines Lebens.

Ich habe hier auf dieser Welt, in diesem Körper, nur eine begrenzte Spanne Zeit zur Verfügung. Und die Länge dieses Zeitbudgets kenne ich nicht einmal.

Es wird enden. Definitiv. Bald oder auch erst irgendwann in der Zukunft. Aber es wird enden, mein Leben. Das ist mal sicher.

Und das konfrontiert mich mit der Frage nach meinem Leben. Wie nutze ich diese kostbare Zeit? Welches Fazit werde ich ganz am Ende ziehen?

Habe ich ein sinn-volles Leben gelebt?
Habe ich ein wert-volles Leben gelebt?
Was ist für mich überhaupt sinnvoll und wertvoll?

Habe ich mein Leben überhaupt gelebt?
Wie geht das, gelebtes Leben?

Erfolg, Besitz, Ziele erreicht? Ist es das?

Gut funktioniert haben? Den Erwartungen gerecht geworden sein?

Einen Beitrag geleistet haben? Das Beste getan? Sich eingebracht?

Wie beantworte ich die Frage, was es braucht, damit ich am Ende auf ein wahrhaft erfülltes und gelebtes Leben zurückschauen kann?

Eine Antwort, die mir gut gefällt, wird in einem Gedicht beschrieben. Es wird oft dem argentinischen Dichter Jorge Luis Borges zugeschrieben, stammt aber möglicherweise auch aus einer anderen Quelle:

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben dürfte,
würde ich versuchen mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen – ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter als ich es gewesen bin,
ich wüsste nur wenige Dinge, die ich wirklich sehr ernst nehmen würde.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Ich würde mehr Berge besteigen und mehr Sonnenuntergänge betrachten.
Ich würde mehr Eis und weniger Salat essen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens vorausschauend und vernünftig leben,
Stunde um Stunde, Tag für Tag.

Oh ja, es gab schöne und glückliche Momente, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr guten Augenblicke zu haben.
Falls Du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken, vergiss nicht den Jetzigen!

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Ich würde vieles einfach schwänzen,
ich würde öfter in der Sonne liegen.

Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt
und weiß, dass ich bald sterben werde.“

Was braucht es, damit ich JA zu meinem Leben sagen kann?

Für mich auf alle Fälle: Ein JA zu meinem Tod. Denn der konfrontiert mich mit meiner Endlichkeit und der Auseinandersetzung, was Leben für mich bedeutet.

Ein sehr wertvolles Buch für alle, die sich mit dem Thema Tod näher auseinandersetzen wollen, stammt von Irvin D. Yalom:

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Wie schaut es mit Ihrem JA zum Tod aus? Ich freue mich über Ihr Feedback!

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